Pokhara – Gorkha – Arughat Bazar – Arkhet Bazar

Es geht los. 7 Uhr in der Früh. Ein kleines Stück auf der Landkarte aber ein langer Ritt im Bus. Das erste Stück von Pokhara nach Gorkha wollen wir mit einem Localbus bewältigen. Also geht es mit dem Taxi zum Localbus Sammelpunkt und die Suche nach dem richtigen Bus geht los. Anscheinend ist gerade einer weg und so bleiben wir beim nächsten stehen. Dieser soll gegen 8 Uhr fahren, wird aber nicht voll, also warten wir noch und holen uns Glück für die Fahrt von einer vorbeikommenden freilaufenden heiligen Kuh. Irgendwann müssen wir dann doch mal los und halten dann aber auch bei jedem Menschen, der am Straßenrand steht und fragen, ob er nicht doch nach Gorkha will. Nach und nach füllt sich der Bus samt Fischen und Hühnern, aber auch heute ohne Ziegen.

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IMG_4296Angekommen in der Königsstadt Gorkha (109km in 4h) erstmal große Ernüchterung. Irgendwo an einer eher hässlichen Hauptstraße steigen wir aus und müssen samt Gepäck 100m in eine Seitenstraße zum hiesigen Hinterland-Localbus-Sammelhalt marschieren. Kerstin und ich müssen endlich mal auf Toilette und Sidi setzt uns in eine kleine Wellblechhütte am Platz auch fürs Mittagessen. Nachdem die Toilette untragbar ist, wechseln wir in ein anderes kleines Lokal. Hier ist der Opa des Hauses so von mir beeindruckt, dass er das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommt. Lecker ist es hier und ich esse gleich noch eine zweite Portion Fried Rice.

IMG_4295 IMG_4290Kurz vor Abfahrt gehe ich nochmals auf Toilette, denn der nächste Ritt von 4h steht an. Als ich wieder herauskomme, kann ich Kerstin und Sidi nicht mehr finden und unser Gepäck auch nicht. Komisch. Der Bus, mit dem ich denke, dass wir fahren, steht aber noch da. Doch wir fahren mit einem anderen und der ist auch schon losgefahren. Kerstin hat zu unserem Guide Sidi gerufen, dass ich noch fehle und er hat den Bus angehalten und mich dann eingesammelt. Leichter gesagt als getan, denn der Bus war voll und zwar richtig voll. Ich komme noch nicht mal in die Türe rein und in Nepals Bussen herrscht die Mentalität, dass man sich sehr ungerne von seiner Position bewegt, auch wenn andere von hinten aussteigen wollen etc. Da geht niemand aus dem Bus und lässt jemand raus oder rein. Aber meine Statur kann ja auch mal zu was nutze sein und so schaufle ich mir meinen Weg frei. Doch nun wird meine Statur wieder zum Problem. Wie sagt Kerstin gerne – ich bin zu groß für dieses Land. Wie komme ich nun zwischen dem Haufen an Futtersäcken und dem niedrigen Busdach zu meinem Sitz? Irgendwie eben.

IMG_4300Dann geht es los, auch mit mir. Aus Gorkha raus und ist doch alles easy. Geteerte Straße, was haben die denn alle? Genau 12 Minuten lang und Ende Gelände und die Straße ist weg. Ab sofort, für 4 lange Stunden, alles von Sand, Schotter, Stein, Wasser bis Felsen als Untergrund, aber kein Teer mehr. Wackel-Evis hätte hier seine wahre Freude gehabt.

IMG_4302In maximal Schritttempo durchpflügen wir den Weg. Neben der Strassenbeschaffenheit waren Hühner, Hunde, Enten, Ziegen und Esel weitere nicht zu unterschätzende Hindernisse. Keine Ahnung ob da nachher nicht auch Blut an der Stoßstange klebt.

Neben mir sitzt eine Frau mit Baby, die mich immer ganz ängstlich ansieht. Ist das wegen mir oder der Fahrt? Auf jeden Fall lässt sie sich am Anfang direkt ein Kotztüte geben, die sie und ihr Kind aber zum Glück nicht benötigen.

Irgendwann sind wir dann doch tatsächlich angekommen, in Arkhet Bazaar, irgendwo nord-westlich von Gorkha. Endlich Beine und Körper ausstrecken. Kaum angekommen nach insgesamt 8h Busfahrt kommt der Knaller. Diese Möchtegern-Straße hört einfach auf, wenige Meter vorm Ort. Ein reißender Fluß trennt uns vom Ort. Da geht unser Guide Sidi ein paar Steine hoch und stolziert über … sie nennen es sicherlich Brücke. Meine Glieder sind noch dabei sich zu sortieren und zum ersten Mal mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken soll ich nun heile über diese Möchtegern-Behelfsbrücke gehen, ohne in den Fluß zu fallen.

IMG_4305Wir sind angekommen in Abenteuerland und tauchen ein in ein Dorf, wie ich es mir in Deutschland vor 200 Jahren vorstelle, mit Häusern und der Straße etc. Nur das sie natürlich früher noch keine Akku-LED-Lampen hatten. Irgendwie komme ich mir hier wie ein Ausserirdischer vor. Das Abenteuer geht weiter, aber erstmal ein Bier, bitte.

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