Nagi Gumba und der lange Weg zurück ins Tal

Pünktlich um 5:30 Uhr hocken Maria und ich wieder in der großen Meditationshalle auf unserem Hundeplätzchen am Rande und betrachten das Schauspiel. Der neue Tag wird mit Pauken, Trompeten, Muschelhörnern und Glöckchen begrüßt. Ein Spektakel und wir haben keine Ahnung was genau das alles bedeuten soll. Müssen wir dringend mal nachlesen.

Nach dem Frühstück gehen wir dann mit der Nonne Anni zu einer Höhle im Wald. Die Höhle ist recht klein und man hat ein Räumchen drum herumgebaut mit Altar zum Meditieren. Hier sitzen wir dann noch mal knapp 1 Stunden im Schneidersitz und lauschen während Anni ihre Psalme rezitiert. Auch ihr Hund ist mit von der Partie. Leider hat er sich unterwegs in irgendetwas Übelriechendem gewälzt und das ganze Aroma entfaltet sich nun in der kleinen Höhle.

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Auf dem Rückweg sammeln wir Feuerholz und nach dem Mittagessen schickt man uns ins Gestrüpp um ein kleines stacheliges Gemüse zu pflücken. Keine Ahnung was wir da genau ernten, aber brav füllen wir unsere 2 Tüten und kraxeln dafür über Stacheldraht und Mauern.

Den ganzen Tag über kommen Schulklassen, Pärchen und Nepalesische Familien auf den Klosterberg zum Picknicken. Heute ist Samstag, also der einzige Tag in der Woche, der frei ist und anscheinend ist Nagi Gumba im Nationalpark ein beliebtes Ausflugsziel. Mit Klösterlicher Ruhe hat das heute nicht viel zu tun. Aber auch die Nonnen selber kichern und albern herum wie Teenager (was viele von ihnen auch sind). Eine Lieblingsbeschäftigung der Nepalis scheint „Posen“ zu sein. Sie verbringen viel Zeit sich vor einem Objekt in Stellung zu bringen und dann werden hunderte von Handy-Fotos in den unterschiedlichsten Posen geschossen. Sehr lustig anzusehen!

So langsam leert sich der Klosterplatz und auch wir machen uns zur Abreise am späten Nachmittag bereit. Um 16:00 Uhr soll unser Fahrer kommen und uns zurück nach Kathmandu bringen. Die Rückfahrt gestaltet sich dann ähnlich abenteuerlich wie die Hinfahrt.

Auch um 17:00 Uhr ist noch keiner gekommen um uns abzuholen. Es wird langsam dämmerig und wenn wir heute noch zurückwollen, dann ist es jetzt höchste Zeit sich auf die Socken zu machen (schließlich gibt es im Park Bären und Leoparden….). Eine Gruppe von Collegestudenten bietet uns an mit ihnen zu laufen. Wir sind schon fast unterwegs, da kommt unser Guide doch noch. Leider ohne Auto. Mittlerweile ist es aber schon so spät, dass wir es nicht mehr im Hellen bis zum Parkausgang schaffen. Ein Fahrer vom Kloster ist so nett und bringt uns mit dem Jeep über die Holperstraße zum Parkausgang. Unterwegs sammeln wir dann noch ein paar Klassenausflügler ein, die völlig entkräftet am Wegesrand sitzen und nicht mehr weiter können. Der Jeep und die Ladefläche sind voll und so hat sich die Fahrt dann wenigstens gelohnt. Danach geht es weiter mit dem Microbus und die letzen Kilometer zu Fuss. Irgendwann kommen wir samt dem seltsamen Gemüse, dass man uns als Geschenk mitgegeben hat, wieder zu Hause an.

Und morgen geht es wieder früh raus, denn um kurz vor 7 Uhr kommt Oliver am Flughafen an.

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